Haben Oktopusse wirklich neun Gehirne?

Haben Oktopusse wirklich neun Gehirne?

Ein Oktopus besitzt neun Gehirne, um seinen Körper und seine acht Arme zu steuern.

Ein zentrales Gehirn trifft die großen Entscheidungen und speichert Erinnerungen. Jeder Arm verfügt jedoch über ein eigenes „Mini-Gehirn“, mit dem er sich unabhängig bewegen, tasten und schmecken kann. So können die Arme jagen oder ihre Umgebung erkunden, ohne auf Befehle aus dem Kopf warten zu müssen.

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Ein Oktopus besitzt etwa 500 Millionen Nervenzellen – das sind fast so viele Neuronen wie bei einem Hund. Zwei Drittel dieser Nervenzellen befinden sich jedoch nicht im Kopf, sondern in den Armen. Forscher wie Dr. Jennifer Mather fanden heraus, dass Oktopusarme sogar dann noch auf Berührungen reagieren, wenn sie vom Körper getrennt sind.Das zentrale Gehirn fungiert als Hauptschaltzentrale für komplexe Aufgaben, während die Nervenzellcluster an der Basis jedes Arms die Bewegungsabläufe steuern. Jeder Arm verfügt über Sensoren, die es ihm ermöglichen, die Umgebung zu schmecken und zu fühlen. Dieses System spart wertvolle Zeit, da Signale nicht erst den weiten Weg zum Kopf und zurück zurücklegen müssen.Studien in der Fachzeitschrift <i>Current Biology</i> zeigen, dass die Arme Aufgaben wie das Öffnen von Gläsern fast ohne Hilfe des Hauptgehirns bewältigen können. Sie nutzen Reflexbögen, um sofort auf Nahrung oder Gefahr zu reagieren. Diese Eigenschaft entwickelte sich vor über 300 Millionen Jahren, nachdem Oktopusse ihre schweren Gehäuse verloren hatten und schnellere Wege zum Bewegen und Verstecken benötigten. Dieses System ist so effizient, dass ein Oktopus seine Hautfarbe in weniger als einer Sekunde anpassen kann.
Verifizierter Fakt FP-0002299 · Mar 16, 2026

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