Was verbirgt sich hinter dem „Teufel in der Musik“?

Was verbirgt sich hinter dem „Teufel in der Musik“?

Der düstere Klang von Heavy Metal basiert auf einer „verbotenen“ Tonkombination, die einst als „Teufel in der Musik“ bezeichnet wurde.

Dieser Klang wird Tritonus genannt und erzeugt eine extrem spannungsgeladene, unheimliche Atmosphäre. Über Jahrhunderte mieden Musiker dieses Intervall, da es als zu „böse“ empfunden wurde. Erst 1970 nutzte die Band Black Sabbath den Tritonus gezielt, um den dunklen Sound des Heavy Metal zu erschaffen.

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Ein Tritonus ist ein musikalisches Intervall, das genau drei Ganztonstufen umfasst, wie etwa zwischen C und Fis. Er teilt eine Oktave exakt in der Mitte, was für das menschliche Gehör „unfertig“ und dissonant klingt. Im Mittelalter nannte man ihn „Diabolus in Musica“ (der Teufel in der Musik), da er als zutiefst verstörend empfunden wurde.Im Jahr 1970 wollte Tony Iommi, der Gitarrist von Black Sabbath, Musik erschaffen, die wie ein Horrorfilm klingt. Er nutzte diesen speziellen Klang für das Hauptriff des Songs „Black Sabbath“. Diese Entscheidung veränderte die Musikgeschichte nachhaltig und begründete das Genre Heavy Metal.Warum der Tritonus so unheimlich wirkt, liegt an der Mathematik. Harmonische Klänge basieren auf einfachen Frequenzverhältnissen, wie 2:1 bei einer Oktave. Der Tritonus hingegen hat ein komplexes Verhältnis von etwa 45:32. Diese Komplexität verursacht im Innenohr eine physische Reaktion, die als „Schwebung“ bezeichnet wird.Das Gehirn hat Schwierigkeiten, diese kollidierenden Frequenzen gleichzeitig zu verarbeiten. Eine Studie in der Fachzeitschrift „Nature“ zeigt, dass Menschen von Natur aus konsonante (harmonische) Klänge gegenüber dissonanten bevorzugen. Deshalb löst der Tritonus Unbehagen oder Angst aus. Heute nutzen Filmkomponisten ihn gezielt, um dem Publikum zu signalisieren, dass gleich etwas Schlimmes passieren wird.
Verifizierter Fakt FP-0000787 · Feb 26, 2026

- Musiktheorie -

Heavy Metal Musikgeschichte Black Sabbath Tritonus
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