Woher weiß eine Venusfliegenfalle, wann sie zuschnappen muss?
Venusfliegenfallen können zählen, um ihre Beute auszutricksen und Energie zu sparen.
Die Pflanze schnappt erst zu, wenn ihre Fühlhaare zweimal kurz hintereinander berührt werden. So weiß sie genau, dass ein echtes Insekt in der Falle sitzt und nicht nur ein Regentropfen gelandet ist!
Nerd's Section
Der Forscher Rainer Hedrich von der Universität Würzburg fand im Jahr 2016 heraus, dass Venusfliegenfallen echte Mathe-Profis sind. Jedes Fangblatt hat winzige Haare, die wie hochempfindliche Sensoren funktionieren. Wenn ein Insekt ein Haar berührt, schickt die Pflanze ein elektrisches Signal los.Die erste Berührung startet eine Art unsichtbare Stoppuhr für etwa 20 Sekunden. Passiert in dieser Zeit nichts Zweites, passiert gar nichts. Das schützt die Pflanze davor, ihre Falle umsonst für ein herabfallendes Blatt oder Wind zu schließen. Erst bei der zweiten Berührung klappt die Falle in weniger als einer Zehntelsekunde zu.Aber das Zählen geht noch weiter. Die Pflanze wartet, bis das gefangene Insekt drei weitere Male gegen die Haare zappelt. Erst nach insgesamt fünf Berührungen ist sich die Pflanze sicher, dass sie eine nahrhafte Mahlzeit hat. Dann fängt sie an, Verdauungssäfte herzustellen, um das Insekt zu verspeisen.Dieses System ist lebenswichtig, weil das Schließen der Falle für die Pflanze extrem anstrengend ist. Sie will ihre Kraft nicht für ein leeres Versprechen verschwenden. In der Natur findet man diese klugen Pflanzen übrigens nur in einem kleinen Sumpfgebiet in North und South Carolina in den USA.
Verifizierter Fakt
FP-0000397 · Feb 25, 2026