Waren Karotten schon immer orange?
Karotten waren ursprünglich violett oder gelb, bis niederländische Bauern sie im 17. Jahrhundert orange züchteten.
Landwirte bevorzugten die Zucht oranger Karotten, da diese süßer schmeckten und eine zartere Textur hatten als die violetten Sorten. Mit der Zeit setzten sich diese Varianten durch und wurden zu dem Standardgemüse, das wir heute in jedem Supermarkt finden.
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Die ursprünglichen Wildkarotten stammen aus dem Gebiet des heutigen Iran und wurden dort vor über 1.000 Jahren kultiviert. Diese frühen Wurzeln waren überwiegend violett, da sie reich an Anthocyanen waren – denselben Pigmenten, die auch Blaubeeren ihre Farbe verleihen. Im 10. Jahrhundert war eine orangefarbene Karotte gänzlich unbekannt.Dies änderte sich im 17. Jahrhundert, als Bauern in den Niederlanden auf seltene, durch natürliche Mutation entstandene orangefarbene Exemplare stießen. Diese Varianten waren besonders wertvoll, da sie große Mengen an Beta-Carotin enthielten. Dabei handelt es sich um ein natürliches Pigment, das unser Körper in Vitamin A umwandelt, was unter anderem die Sehkraft unterstützt.Genetische Untersuchungen haben das Gen DCAR_032551 identifiziert, das für die Speicherung dieser orangefarbenen Pigmente verantwortlich ist. Zwar war die Farbe bei den Niederländern beliebt, da sie das Königshaus Oranien-Nassau ehrte, doch der Hauptgrund für den Erfolg war der Geschmack: Während die alten violetten Sorten oft bitter und holzig waren, überzeugten die neuen orangefarbenen Züchtungen durch ihre Saftigkeit und Süße.Heute bewahren Organisationen wie das World Vegetable Center Saatgut von tausenden Karottentypen auf, darunter weiße, gelbe und violette Urformen. Trotz der farblichen Vielfalt bestehen moderne Karotten heute meist zu etwa 88 % aus Wasser und zu 9 % aus Zucker.
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FP-0000911 · Feb 26, 2026