Benutzten die alten Ägypter wirklich Kissen aus Stein?
Die alten Ägypter schliefen auf harten Kopfstützen aus Stein, Holz oder Elfenbein, um ihren Kopf beim Schlafen erhöht zu halten.
Diese Kopfstützen stützten den Hinterkopf anstatt des Nackens. Durch die Erhöhung wurden aufwendige Frisuren geschont und die Luft konnte bei der Hitze besser um den Nacken zirkulieren.
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Archäologen entdeckten diese Kopfstützen in Gräbern in Sakkara und Gizeh, wobei einige Funde über 4.600 Jahre bis in die 3. Dynastie zurückreichen. 1922 fand Howard Carter im Grab von Tutanchamun acht Kopfstützen aus Glas, Elfenbein und Holz. Die meisten sind 15 bis 20 Zentimeter hoch, haben eine gewölbte Oberseite und eine flache Basis.Die Kopfstützen dienten primär der Kühlung. Im heißen Nil-Tal ermöglichte das Anheben des Kopfes eine bessere Luftzirkulation und reduzierte das Schwitzen. Wohlhabende Ägypter trugen zudem komplexe Perücken und Flechtfrisuren, deren Styling Stunden dauerte. Ein weiches Kissen hätte die Frisur zerstört, während eine harte Stütze sie perfekt in Form hielt.Diese Objekte besaßen auch eine religiöse Symbolik. Die gewölbte Oberseite ähnelte dem ägyptischen Hieroglyphenzeichen für den Horizont (Achet), an dem die Sonne aufgeht. Das Schlafen auf einer solchen Stütze symbolisierte den Sonnengott Re, der jeden Morgen neu aufsteigt, und stand somit für die tägliche Wiedergeburt.Viele Kopfstützen waren mit Schnitzereien des Gottes Bes verziert, von dem man glaubte, dass er den Schlafenden vor Albträumen und bösen Geistern schütze. Bioarchäologen haben bei Untersuchungen menschlicher Überreste festgestellt, dass diese Hilfsmittel die Wirbelsäule von Seitenschläfern überraschend gut ausrichten. Ähnliche hölzerne Kopfstützen werden noch heute von Volksgruppen wie den Dinka in Ostafrika verwendet, um traditionelle Frisuren zu schützen.
Verifizierter Fakt
FP-0001347 · Mar 2, 2026