Haben die Römer wirklich Urin als Mundspülung verwendet?

Haben die Römer wirklich Urin als Mundspülung verwendet?

Die alten Römer putzten sich die Zähne mit Urin, um sie strahlend weiß zu machen.

Wenn Urin eine Weile steht, entsteht daraus Ammoniak. Das ist ein starkes Putzmittel, das Flecken auf den Zähnen einfach wegschrubbt. Die Römer fanden das so effektiv, dass sie sogar Steuern auf den Handel mit Urin zahlten!

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Das Geheimnis hinter diesem ekligen Trick ist der chemische Stoff Ammoniak. Wenn Bakterien den Harnstoff im Urin abbauen, verwandelt er sich in dieses kraftvolle Reinigungsmittel. Ammoniak ist alkalisch und kann Fette und Proteine auflösen, die normalerweise für gelbe Flecken auf den Zähnen sorgen.Wir wissen das heute so genau, weil der römische Dichter Catull schon im Jahr 54 v. Chr. darüber schrieb. Er machte sich in einem Gedicht über einen Mann lustig, dessen Zähne nur deshalb so weiß waren, weil er sie ständig mit Urin spülte. Das war damals kein Geheimtipp, sondern ein riesiges Geschäft im ganzen Reich.Urin wurde in öffentlichen Toiletten gesammelt und für viele Dinge benutzt. Im Jahr 70 n. Chr. führte Kaiser Vespasian sogar eine spezielle Urinsteuer ein, um mit dem Verkauf Geld zu verdienen. Profi-Wäscher nutzten die Flüssigkeit auch, um weiße Gewänder zu bleichen und Flecken aus Wolle zu bekommen.Besonders beliebt war der Urin aus dem heutigen Portugal, weil er als besonders stark galt. Auch wenn es heute eklig klingt, nutzen wir das Prinzip immer noch. Ammoniak ist ein entfernter Verwandter der Stoffe, die wir heute in Glasreinigern oder modernen Bleichmitteln finden.
Verifizierter Fakt FP-0000347 · Feb 25, 2026

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