Können Bäume miteinander kommunizieren?
Bäume nutzen ein unterirdisches Pilznetzwerk, um Nahrung zu teilen und sich gegenseitig vor Gefahren zu warnen.
Winzige Pilze verbinden Baumwurzeln zu einem riesigen Geflecht. Über dieses System versorgen alte Bäume junge Setzlinge mit Zucker und warnen ihre Nachbarn vor Schädlingen.
Nerd's Section
Dr. Suzanne Simard prägte 1997 den Begriff „Wood Wide Web“ für dieses System. Ihre Forschung an der University of British Columbia zeigte, dass verschiedene Baumarten über Pilzfäden, sogenannte Myzelien, Kohlenstoff austauschen. Diese Fäden sind so fein, dass kilometerlange Abschnitte in einen einzigen Teelöffel Erde passen.Die Pilze heften sich an die Baumwurzeln, um dem Baum bei der Aufnahme von Wasser und Mineralien zu helfen. Im Gegenzug liefert der Baum den Pilzen bis zu 30 % des durch Photosynthese gewonnenen Zuckers. Diese Symbiose sichert das Überleben beider Partner.Bei Insektenbefall sendet ein Baum chemische Signale durch das Netzwerk. Benachbarte Bäume empfangen diese Warnungen und beginnen mit der Produktion von Abwehrstoffen. Eine Studie der University of Aberdeen aus dem Jahr 2013 belegte, dass sogar Nutzpflanzen wie Tomaten solche Netzwerke nutzen.Wissenschaftler beobachteten zudem, dass sterbende Bäume ihre verbleibenden Nährstoffe in das Netz einspeisen, um die Gesundheit des restlichen Waldes zu stützen. Diese Entdeckung beweist, dass Wälder soziale Gemeinschaften sind und nicht nur eine Ansammlung konkurrierender Einzelpflanzen.
Verifizierter Fakt
FP-0001994 · Mar 9, 2026