Haben Delfine Namen füreinander?

Haben Delfine Namen füreinander?

Große Tümmler besitzen individuelle Namen füreinander – sogenannte „Signaturpfiffe“.

Jeder Delfin entwickelt in seinem ersten Lebensjahr einen ganz eigenen Laut. Mit diesen Klängen identifizieren sie sich selbst und rufen gezielt nach bestimmten Freunden oder Familienmitgliedern.

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Die Forscher Vincent Janik und Stephanie King von der University of St Andrews untersuchten im Jahr 2013 wilde Große Tümmler. Sie zeichneten einzelne Pfiffe auf und spielten sie über Unterwasserlautsprecher ab. Die Delfine reagierten nur, wenn sie ihren eigenen spezifischen Pfiff hörten. Dies bewies, dass die Laute als individuelle Namen fungieren und nicht bloß allgemeine Geräusche sind.Delfine entwickeln diese Namen bereits als Kälber. Ein Delfinjunges erzeugt einen Pfiff, der sich von dem seiner Mutter unterscheidet, um Verwechslungen zu vermeiden. Etwa 90 % der Pfiffe eines Delfins bestehen aus seinem eigenen Signaturpfiff. Sie nutzen diese Laute, um in den weiten Ozeanen in großen Gruppen zusammenzubleiben.Daten des Sarasota Bay Dolphin Research Program in Florida zeigen, dass Delfine diese Namen über 20 Jahre lang im Gedächtnis behalten. Gelegentlich ahmen Delfine den Pfiff eines engen Freundes nach, um die Aufmerksamkeit dieses speziellen Tieres zu gewinnen. Dieses Verhalten zeugt von hoher sozialer Intelligenz und der Fähigkeit zum vokalen Lernen.Die meisten Tiere nutzen Laute lediglich, um Emotionen wie Wut auszudrücken oder Partner anzulocken. Die Verwendung spezifischer Bezeichnungen für Individuen ist in der Natur äußerst selten. Diese Fähigkeit erfordert ein großes Gehirn und die Kapazität für komplexes Lernen. Damit gehören Delfine zu einer kleinen Gruppe von Lebewesen – darunter auch der Mensch –, die Namen zur Kommunikation nutzen.
Verifizierter Fakt FP-0002693 · Mar 22, 2026

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