Hat japanische Kunst Van Gogh beeinflusst?
Vincent van Gogh veränderte seinen gesamten Malstil grundlegend, weil er von japanischer Kunst besessen war.
Er sammelte über 600 japanische Holzschnitte und kopierte sie, um neue Techniken zu erlernen. Dies lehrte ihn den Einsatz leuchtender Farben, dicker schwarzer Umrisse und flächiger Formen anstelle von realistischen Schatten.
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Mitte des 19. Jahrhunderts begann Japan nach Jahrhunderten der Isolation erstmals wieder mit Europa Handel zu treiben. Dadurch gelangten Tausende japanische Kunstwerke, sogenannte Ukiyo-e-Drucke, nach Frankreich. Van Gogh und sein Bruder Theo kauften Hunderte dieser Drucke. Vincent studierte sie intensiv, um sich von der traditionellen europäischen Malweise abzuheben.Im Jahr 1887 malte Van Gogh Kopien berühmter Werke des japanischen Künstlers Utagawa Hiroshige. Er übte den Einsatz kräftiger Konturen und leuchtender, flächiger Farben und verzichtete zunehmend auf traditionelle Schattierungen und 3D-Effekte. Dieser Stil ließ seine Gemälde moderner und weniger wie Fotografien wirken.Van Gogh zog sogar in den Süden Frankreichs, weil er glaubte, dass das helle Sonnenlicht dort der Atmosphäre Japans entsprach. In seinen Landschaften nutzte er hohe Horizontlinien und ungewöhnliche Blickwinkel – Ideen, die direkt aus seiner Druckgrafiksammlung stammten. Sogar die Wirbel in „Sternennacht“ weisen Ähnlichkeiten mit den Wellen berühmter japanischer Holzschnitte auf.Durch die Anwendung dieser japanischen Methoden begründete Van Gogh eine völlig neue Art der Malerei. Er konzentrierte sich darauf, welche Gefühle Farben in ihm auslösten, anstatt Dinge perfekt realitätsgetreu darzustellen. Seine Sammlung von Drucken wird heute im Van Gogh Museum in Amsterdam aufbewahrt.
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FP-0001475 · Mar 4, 2026