Können Schlangen Wärme sehen?
Einige Schlangen können in völliger Dunkelheit Wärme sehen, indem sie spezielle Gesichtsöffnungen nutzen, die als Grubensorgane bezeichnet werden.
Grubenottern, Pythons und Boas besitzen diese Öffnungen zwischen ihren Augen und Nasenlöchern. Die Organe erfassen Infrarotstrahlung von warmblütigen Tieren. Dadurch entsteht im Gehirn der Schlange ein Wärmebild, das wie ein zweites Paar Augen funktioniert.
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Grubensorgane sind extrem empfindlich und können Temperaturunterschiede von nur 0,003 °C wahrnehmen. Im Jahr 2010 entdeckte Dr. David Julius in diesen Organen das Protein TRPA1. Dieses Protein fungiert als Sensor, der bei Hitzeeinwirkung ein Signal an das Gehirn sendet.Die Grube arbeitet nach dem Prinzip einer Lochkamera: Wärme tritt durch die Öffnung ein und trifft auf eine dünne, nervenreiche Membran. Diese Nerven leiten Informationen an denselben Teil des Gehirns weiter, der auch für das normale Sehvermögen zuständig ist. So kann die Schlange visuelle Reize mit den Daten der Wärmegruben kombinieren.Dieses System ist hochpräzise. Eine Klapperschlange kann selbst mit verbundenen Augen ein bewegliches Ziel in 98 % der Fälle treffen. Die Texanische Klapperschlange nutzt dies, um Mäuse in dunklen Bauten zu jagen. Pythons und Boas besitzen ähnliche Labialgruben entlang ihrer Lippen, die ihnen helfen, zwischen einem warmen Tier und einem sonnenaufgeheizten Stein zu unterscheiden.Da das System völlig ohne Licht auskommt, kann eine Schlange ihre Beute selbst mit geschlossenen Augen wahrnehmen. Dies verschafft nachtaktiven Jägern einen entscheidenden Vorteil in der Dunkelheit.
Verifizierter Fakt
FP-0002993 · Mar 26, 2026