Bestehen olympische Goldmedaillen aus echtem Gold?
Bei den Olympischen Spielen 1912 wurden zum letzten Mal Medaillen aus reinem Gold an die Sieger verliehen.
Heutzutage bestehen Goldmedaillen eigentlich aus Silber und sind nur mit einer dünnen Schicht echtem Gold überzogen. Diese Änderung wurde eingeführt, da die Herstellung hunderter Medaillen aus massivem Gold mit dem Wachstum der Spiele schlichtweg zu teuer wurde.
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Die Spiele von Stockholm 1912 markierten einen besonderen Moment in der Geschichte. Damals waren die Medaillen mit einem Durchmesser von etwa 33 Millimetern zwar klein, bestanden aber zu 100 % aus reinem Gold. Nach dem Ersten Weltkrieg stieg der Goldpreis massiv an, sodass es sich die Austragungsländer nicht mehr leisten konnten, massives Gold zu vergeben. Ab den Spielen von 1920 wechselte man zu den silberbasierten Medaillen, die wir heute kennen.Moderne Goldmedaillen sind viel größer und schwerer als die alten Exemplare, bestehen aber überwiegend aus Silber. Bei den Olympischen Spielen in Tokio 2020 wogen die Goldmedaillen beispielsweise 556 Gramm. Davon entfielen lediglich 6 Gramm auf die Goldplattierung – der Rest war reines Silber. Würden diese Medaillen heute aus massivem Gold bestehen, lägen die Materialkosten pro Stück bei etwa 40.000 $ (ca. 37.000 €).Da sie hauptsächlich aus Silber bestehen, liegen die Produktionskosten nur bei etwa 800 bis 900 $. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat hierfür strenge Regeln: Jede Goldmedaille muss mindestens 6 Gramm Gold enthalten und einen Silberanteil von mindestens 92,5 % aufweisen. Die massiven Goldmedaillen von 1912 sind heute extrem selten. Sammler zahlen Zehntausende von Euro für ein Exemplar, da sie eine Ära olympischen Luxus repräsentieren, die so wohl nie wiederkehren wird.
Verifizierter Fakt
FP-0000720 · Feb 26, 2026