Können Pflanzen ihre eigene Verwandtschaft erkennen?
Der Meersenf kann seine Geschwister erkennen und stellt den Konkurrenzkampf um Nahrung ein, um ihnen Platz zu machen.
Wenn diese Pflanzen neben Fremden wachsen, bilden sie zusätzliche Wurzeln aus, um so viel Wasser und Nährstoffe wie möglich zu ergattern. Wachsen sie jedoch neben einem Ableger derselben Mutterpflanze, schränken sie ihr Wurzelwachstum ein, damit ihr Geschwisterteil genügend Ressourcen zum Überleben hat.
Nerd's Section
Im Jahr 2007 untersuchten die Forscherinnen Susan Dudley und Amanda File von der McMaster University den Europäischen Meersenf (Cakile edentula). Sie stellten fest, dass Pflanzen in Töpfen mit fremden Artgenossen deutlich mehr Wurzeln entwickelten als jene in Töpfen mit Geschwistern. Dieses Verhalten beweist, dass Pflanzen Verwandte identifizieren und ihr Wachstum anpassen können, um ihnen zu helfen.Pflanzen erkennen einander mithilfe chemischer Stoffe, den sogenannten Wurzelexsudaten. Dabei handelt es sich um spezielle Flüssigkeiten, die von den Wurzeln in den Boden abgegeben werden. Eine Studie aus dem Jahr 2009 an der Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana) bestätigte, dass diese chemischen Signale den Pflanzen helfen, zwischen Familie und Fremden zu unterscheiden. Dieser Prozess wird als Verwandtenselektion (Kin Selection) bezeichnet.Andere Pflanzen nutzen unterschiedliche Signale: Der Wüsten-Beifuß sendet chemische Stoffe über die Luft aus, wenn er von Insekten gefressen wird. Verwandte in der Nähe fangen diese Signale auf und produzieren eigene Abwehrstoffe. Nicht verwandte Pflanzen reagieren deutlich schwächer auf diese Warnungen.Wissenschaftler der University of Delaware fanden heraus, dass diese Signale aus spezifischen Proteinen und Zuckern bestehen. Indem sie ihren Verwandten beim Überleben helfen, stellen Pflanzen sicher, dass ihre Familiengene weiterbestehen. Diese Studien zeigen, dass Pflanzen keineswegs passiv sind, sondern komplexe soziale Interaktionen pflegen.
Verifizierter Fakt
FP-0003163 · Mar 29, 2026